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Demonstration am 17.10.2009 in Leipzig

In Leipzig sollte eine Demonstration mit dem Motto „Recht auf Zukunft“ stattfinden. Gegen das liberalistische System, gegen Globalisierung, gegen den Zins, welcher die ganze Weltwirtschaft zu einem permanenten Wachstum zwingt, wollten wir demonstrieren.
Die Alternative Jugend Potsdam und einige andere Potsdamer machten sich somit am frühen Morgen des 17.10.2009 auf den Weg nach Magdeburg, um von dort aus mit weiteren Kameraden nach Leipzig zu fahren.

 

 

Nach Ankunft am Hauptbahnhof Leipzig fuhren wir mit der S-Bahn nach Seellehrhausen wo die Veranstaltung beginnen sollte. Dort angelangt, sahen wir ein ungewöhnlich hohes Polizeiaufgebot. Die Demonstration war vollkommen von Knüppeltruppen eingeschlossen und mit Gittern umzäunt, zudem standen Wasserwerfer und Räumpanzer bereit. Die ganze Zeit wurde von Beweissicherungs- und Festnahmeeinheiten (BFE) und von installierten Kameras auf den Dächern gefilmt. Hinzu kamen die extrem intensiven Vorkontrollen der Polizei, Kameraden mussten ihre Jacken, T-Hemden und sogar Schuhe ausziehen. Schon hier war für viele abzusehen das es nicht gewollt war diese Demonstration starten zu lassen. Von dem Gegenprotest, welcher nicht besonderes laut war und sich auf der anderen Seite der S-Bahn-Brücke aufhielt, bekamen wir nicht viel mit.
Mit fortschreitender Zeit versammelten sich ca. 1300 Demonstranten in der engen Gasse, wodurch der Bewegungsfreiraum stark eingeschränkt wurde. Die Veranstaltung begann dann gegen 14.30Uhr und die ersten Reden wurden gehalten. Im weiteren Verlauf hielt die Polizei die Demonstrationsleitung immer weiter hin, um die Blockade vor der Brücke nicht räumen zu müssen. Daraufhin gaben die Veranstalter zweimal eine ½ Stunde Zeit um das Problem zu lösen, damit wir eine angemeldete und genehmigte Demonstration durchführen können. Um zu verhindern das ja kein Nationalist durchkommt, wurden im vorderen Bereich nun zusätzlich die Gitter mit Kabelbindern gesichert. Nicht überhörbar wurde dort der Unmut der Demonstranten und nach einer Weile verlor Jemand die Geduld und eine Flasche flog in Richtung der vermummten BFE. Daraufhin übersprangen diese die Gitter und setzten zum Angriff an. Es schien so, als hätten diese nur darauf gewartet. Mit Schlagstöcken und Pfefferspray gingen die Systemknechte auf alle Teilnehmer los und wer hinfiel, wurde überrannt und absichtlich getreten. Als Folge darauf, flogen nun Steine und Feuerwerkskörper aus den Reihen der Demonstranten. Die Veranstalter erklärten währenddessen die Demonstration für beendet. Anschließend erfolgte der zweite Angriff der Polizei und wir wurden von Vorne und Hinten angegriffen und auf einen noch engeren Raum zusammen getrieben. Bis eine erste Durchsage der Polizei kam verging einige Zeit. Sie ließ verlauten, dass jetzt alle Teilnehmer eine Maßnahme über sich ergehen lassen müssen, da sie verdächtig seien, Landesfriedensbruch begangen zu haben. Diese Maßnahme bestand darin, alle Personen abzufilmen und nochmalig zu durchsuchen.
Für uns bedeutete dieser Vorgang vier Stunden Wartezeit, bei anderen bis zu fünf Stunden. Anschließend wurden wir Richtung Hauptbahnhof geschickt und von dort aus konnten wir uns dann auf die Heimreise begeben.

Wir meinen das Jedem bewusst sein sollte, dass die Flaschenwürfe unüberlegt waren. Es war quasi klar, das dies nichts bringt und das die Polizei bei solch einem hohen Aufgebot nur auf solche Gründe wartet um gegen uns vorzugehen. Die Wut, die sich den Tag über gegen den Staatsapparat aufstaute, hat jedoch die Polizei mit ihrem provokativen und ungerechtem Verhalten zu verantworten. Dieser Ausbruch der Gewalt war staatlich gewollt um uns Nationalisten kriminalisieren zu können. Wir können uns nur dagegen wehren, indem wir uns selbst diszipliniert verhalten und stets auf die Kameraden neben uns achten.